Capsule Wardrobe Projekt – Raus aus dem Kleider-Chaos

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Ihr steht vor eurem Kleiderschrank. Er ist gut gefüllt. Und trotzdem seid ihr verzweifelt, denn ihr findet einfach nichts Passendes zum Anziehen. Ihr greift entweder gefühlte 100 Mal wahllos in das Kleider-Chaos hinein um etwas Passendes zu finden, oder ihr zieht das an, was ihr immer trägt. Na, erkennt ihr euch wieder? Ich mich schon. Richtig frustrierend. Mit keinem der beiden Resultate war ich glücklich. Die eine Lösung verschwendet einfach kostbare Zeit. Die andere ist einfach nur langweilig.  Die Wende kam mit Pinterest. Dort wurde ich auf das Konzept der Capsule Wardrobe aufmerksam. Was für eine geniale Idee! Ein übersichtlicher Kleiderschrank mit einem Inhalt der wirklich zu mir passt. Innerhalb von Sekunden ist ein Outfit parat, ohne dass ich langweilig wirke. Das will ich haben! Raus aus dem Kleider-Chaos. Und euch nehme ich einfach mit bei meinem Capsule Wardrobe Projekt.

 

capsule wardrobe Project spring 2017

 

Der Grundgedanke hinter der Capsule Wardrobe

Was steckt jetzt eigentlich hinter dem Konzept einer Capsule Wardrobe. Zusammengefasst ist sie eine bestimmte Anzahl an Kleidungsstücken, inklusive Schuhe oder Accessoires, die sich beliebig untereinander kombinieren lassen. Außerdem ist die Größe, auf die sie anwachsen kann, nach oben hin beschränkt. Eine Capsule Wardrobe besteht zu einem großen Teil aus Basic Stücken in neutralen Farben, und wird mit farbigen Akzenten und modischen Essentials aufgelockert. Farbliche Abstimmung ist ein weiteres Merkmal. Der Kleiderschrank wird, neben neutralen Basisfarben, von nicht mehr als drei oder vier Akzent-Farben bestimmt.

 

Beschäftigt sich man näher mit dem Thema, landet man unweigerlich bei Caroline von Unfancy. Es ist DER Blog zum Capsule Wardrobe Projekt. Es gibt außerdem unterschiedliche Ansätze dazu. Gut gefallen hat mir das Project 333. Hier wird für 3 Monate eine Capsule Wardrobe zusammengestellt, die aus 33 Teilen besteht. So hat man einen zur Jahreszeit passenden Kleiderschrank und kann auch Trendteile hinzufügen. Das sorgt für willkommende Abwechslung. Wir wollen nicht nur einen übersichtlichen Kleiderschrank, sondern uns auch modern kleiden. Blogempfehlung dazu ist eindeutig The Organized Cardigan. Eine andere Herangehensweise ist die 4 x 4 Wardrobe von The Vivienne Files. Hier wird in Gruppen zu 16 Teilen abgestimmt. Perfekt geeignet für eine Travel Wardrobe, oder für eine monatliche Capsule Wardrobe. Ihr seht, wie viele Möglichkeiten ein minimalistischer Kleiderschrank bieten kann. Die Frage, was ich anziehen soll, lässt sich in Sekunden beantworten.

 

Doch das ganze Thema rund um eine minimalistische Garderobe sollt ihr nicht zu eng sehen. So sind für mich 33 Sachen (mit Schuhen und Accessoires!) einfach zu wenig. Manche schaffen es auch mit 28 Stücke. Respekt! Ich habe meine Capsule Wardrobe mit 42 Teilen (Bottoms, Tops, Kleider, Schuhe und Jacken) gestartet. Für mich persönlich ist es einfach besser zu Beginn etwas mehr einzukalkulieren. Das sorgt für ein Gefühl der Sicherheit. Denn, sind wir mal ehrlich, die Angst, eventuell doch nichts zum Anziehen zu haben, ist einfach da. Die Zeit wird dann zeigen, ob ich noch reduzieren kann oder nicht. Wenn ich das Gefühl habe, es fehlt etwas, dann füge ich es einfach hinzu. Mein Kleiderschrank soll mir schließlich noch immer Spaß machen. Wichtig ist nur, dass ich nicht wieder den Überblick verliere. Ich frage mich bewusst, brauche ich das wirklich? Wenn ich es brauche, passt es auch wirklich in meinen Kleiderschrank? Kann ich damit drei unterschiedliche Outfits zusammenstellen? Und besonders, passt es zu mir? Zu meinem Kleidungsstil?

 

Die Capsule Wardrobe ist kein Gesetz, dass in Stein eingemeißelt ist. Was zählt ist der Gedanke dahinter, sich zu reduzieren und so nicht nur Zeit und Nerven zu sparen, sondern auch Geld. Fehlkäufe ade. Außerdem soll mir meine Garderobe Spaß machen. Und wenn ich statt 42 dann doch 44 Teile habe, why not?

 

Closet Declutter – mein erster Schritt zu  einer Capsule Wardrobe

Aller Anfang ist schwer. Stimmt nicht immer, aber in diesem Fall schon. Es war sehr schwer für mich. Die ungeschminkte Wahrheit traf mich ziemlich hart. Mein Kleiderschrank war eine Ansammlung von diversen Stilen, Größen und Farben, mit denen ich nicht glücklich war. Der erste Schritt ist immer die Bestandsaufnahme. Gnadenlos. Alles kommt aus dem Schrank. Bei mir landete es als großer Haufen auf dem Bett. Der leere Kleiderschrank ist dann ein eigenartiger Moment. Und doch zugleich sehr motivierend. Die Leere gehört gefüllt. Nicht mit Chaos, sondern mit Dingen, die ich mag, die mir passen und gut an mir aussehen. Doch das dauert, denn als erstes wird aussortiert. Das war für mich die schwierigste Phase.

 

capsule wardrobe Project spring 2017

 

Meine Tipps zum Aussortieren

Sortiert nach Jahreszeit / Konzentriert euch auf die Temperaturen, die gerade und in den nächsten Monaten euren Kleidungsstil bestimmen werden. Meiner Meinung nach bringt es nichts, jetzt den Kleiderschrank mit dicken Pullis zu befüllen. Der Frühling und Sommer steht jetzt im Fokus. Teile aus den anderen beiden Jahreszeiten, wandern automatisch ins Abseits. Heißt konkret in den zweiten Teil meines Kleiderschrankes. Dort dürfen sie jetzt ein paar Monate bleiben und auf ihren großen Auftritt warten.

 

Erstellt drei oder vier Kleiderstapel – Love, Like, Donate, Seasonal / Auf den Love-Stapel kommen die absoluten Lieblingsstücke, ohne die ihr euren Kleiderschrank nicht vorstellen könnt. Die Love- Teile könnt ihr auch direkt in den Kleiderschrank zurück hängen, denn dort gehören sie hin. Der Like-Stapel wird wahrscheinlich eure größte Ansammlung werden. Alle Sachen, die ihr mögt, an denen aber euer Herz nicht hängt, gebt ihr dort hin. Vorausgesetzt sie passen euch. Was nützt eine zu kleine Jeans? Weg damit! Das wäre unter anderem ein toller Kandidat für den Donate-Stapel. Sachen, die nicht zurück in euren Kleiderschrank wandern. Verschenkt sie an Freunde. Verkauft sie auf diversen Plattformen. Kaputte und abgenützte Teile haben aber auch dort nichts verloren. Die gebt ihr direkt in die Tonne. Bei mir gibt es auch einen Seasonal-Stapel. Der ist für die luftigen Sommersachen reserviert. Wenn ich meine Sommer Edition plane, habe ich somit alles griffbereit.

 

Seid konsequent / Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber geht beim Aussortieren bewusst vor. Fragt euch immer, brauch ich das? Gefällt es mir noch? Und ganz wichtig, passt es mir noch? Besonders bei Jeans habe ich mir sehr schwer getan. Da könnte ich ja vielleicht irgendwann eventuell in ferner Zukunft nochmal rein passen. Von wegen. Seid einfach ehrlich zu euch selbst. Lieber eine gut sitzende Jeans ein oder zwei Nummern größer. Dafür dann kein Muffin-Alarm. Sieht gleich viel besser aus. Und falls es doch das ein oder andere Stück gibt, von dem ihr euch einfach nicht trennen könnt, dann gebt es separat an einen Ort. Ihr werdet aber erstaunt sein, wie wenig ihr es in den nächsten Monaten vermissen werdet.

Fertig mit dem Aussortieren – und jetzt?

Gratuliere, ihr habt die Basis für euer neuen Kleiderschrank erfolgreich aufgebaut. Guckt euch mal eure Love-Teile an. Sie sind das Herz eures Kleiderschranks. Kristallisiert sich schon ein Stil heraus? Oder vielleicht auch ein Farbschema? Baut darauf auf. Versucht vier oder fünf Outfits daraus zu gestalten, zusammen mit Sachen aus dem Like-Stapel. So bekommt ihr schon einen Ausblick darauf, wie eure Capsule Wardrobe aussehen wird. Wie findet ihr sie? Könnt ihr euch damit identifizieren? Erkennt ihr jetzt vielleicht schon die „Lücken“? Natürlich ist das Aussortieren nicht alles gewesen. Jetzt geht es ans Aufbauen der Garderobe. Dieser Teil macht mir wesentlich mehr Spaß. Eure Love-Teile zusammen mit ein paar eurer Like-Teilen wird zwar den Hauptteil ausmachen. Aber es wird sicher die eine oder andere Ergänzung notwendig sein. Und das heißt? … Richtig! Shoppen<3 Doch nur jetzt, denn in den nächsten 3 Monate lasst ihr eure Kreditkarte stecken.

 

capsule wardrobe Project spring 2017

 

Hier seht ihr eine Auswahl meiner Love-Kleidungsstücke aus meiner Spring Capsule Wardrobe. Meine Stile? Casual Chic mit einem Hauch von Verspieltheit. Es ist nicht schlimm, wenn man sich mit zwei oder drei Mode Richtungen identifizieren kann. Mehr sollten es aber nicht sein, denn sonst wird es wieder zu unruhig im Kleiderschrank. Auch wenn ich meine Love-Sachen nicht missen möchte, für eine abwechslungsreiche Garderobe sind die eindeutig zu wenig. Im nächsten Schritt beim Aufbau meiner Capsule Wardrobe lege ich mich auf ein Farbschema fest und erweiter meinen Kleiderschrank um essentielle Basic Teile. Welche das sind, das zeige ich euch dann nächste Woche im zweiten Teil meiner Capsule Wardrobe Serie.

 

Bussi, eure visionaei

8 Responses
  • Sabrina
    April 6, 2017

    Sehr cooler Beitrag, mit wertvollen Tipps! 🙂 Ich habe auch gerade erst auf einen minimalistischen Kleiderschrank „umgestellt“ und bin soo happy damit, es erleichtert einfach so vieles!

    Alles Liebe,
    Sabrina

    • Kerstin
      April 12, 2017

      Danke 🙂 Es ist sicher nicht für jeden was, aber ich bin total happy damit. Wie du sagst, es erleichtert einiges. Und alles was ich da jetzt drinnen hab, ziehe ich gerne an 🙂 Das ist das Wichtigste. Keine Kleiderschrankleichen mehr 😀
      LG Kerstin

  • WasserMilchHonig
    April 7, 2017

    Ich habe vorige Woche auch konsequent meinen Kleiderkasten aussortiert und nur mehr meine Lieblingsstücke und Basics behalten…..alles gut aufeinander abgestimmt, nur bei Schuhen tu ich mir schwer….

    • Kerstin
      April 12, 2017

      Super 🙂 Vielleicht zeigst du deinen Inhalt auch mal auf deinem Blog? Würd mich interessieren 🙂 Oh ja Schuhe … also … hm … da tu ich mir auch total schwer. So richtig verabschieden will ich mich von ihnen nicht. Aber ich hab mir eine Deadline gesetzt. Spätestens wenn unser Haus fertig ist, wird gnadenlos aussortiert. Da nehm ich echt nur meine Lieblinge mit 🙂
      LG Kerstin

  • britti
    April 10, 2017

    Sehr interessanter Beitrag. Ich sortiere mindestens zweimal im Jahr aus. Alle Teile, die ich lange nicht anhatte bzw. Nicht mehr passen, wandern in einen Wäschekorb, der dann von meinen Schwestern geplündert wird. Der Rest kommt in den Altkleidercontainer. Meine Klamotten sind meistens nicht gerade alt, da ich oft im sale shoppen gehe, versuche ich aber einzuschränken, lach. Bei mir gibt es auch einen extra Schrank, nur für Herbst Winter Kleidung, sehr praktisch. Wünsche dir ein schönes Osterfest. LG britti ♡

    • Kerstin
      April 12, 2017

      Brav Brav 🙂 Ausssortieren ist echt wichtig, denn nicht nur der Geschmack ändert sich, sondern auch die Mode und der Körper. Und es befreit 🙂 Ja, wer Platz hat, sollte sich unbedingt zwei Kleiderschränke für warm und kalt zulegen. Das erleichtert die Übersicht 🙂
      LG Kerstin

  • Anita
    April 10, 2017

    Ein toller Beitrag, liebe Kerstin 🙂 Bei mir ziehen in letzter Zeit auch sehr viel gestreifte und getupfte Kleidungsstücke ein, die sich einfach ganz toll kombinieren lassen 😉 Bei den Stücken für den Alltag habe ich es fast schon geschafft, diese ein wenig aufeinander abzustimmen, schwer tue ich mir noch bei den Kleidungsstücken, die man ja mal für Feierlichkeiten und diverse Anlässe benötigen könnte. Obwohl ich sie fast nie brauche nehmen sie immer noch sehr viel Platz im Kleiderschrank ein. GLG Anita

    • Kerstin
      April 12, 2017

      Danke Anita <3 Oh ja, Big Streifen Liebe derzeit. Und sie passen so gut zum wachsenden Babybauch. Ja sie Special Klamotten sind echt schwierig. Aber ich hatte das "Glück", dass mir auch dort nur noch die Hälfte passste. Ich finde es wichtig dass man ein schwarzes Kleid hat (passt immer) und einen Lederrock. Ein gut sitzender Lederrock ist ein Muss. Gehört für mich in jeden Kleiderschrank.
      LG Kerstin

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